Häufige Fragen – FAQ

F: Warum Futterberatung?

Fütterung findet an 365 Tagen im Jahr statt und beeinflusst neben Haltung und Bewegung bzw. Training maßgeblich die Gesundheit und Leistungsfähigkeit eines Pferdes. Fütterung bewusst und bedarfsgerecht zu gestalten ist Gesundheitsvorsorge.

Herstellerunabhängige und wissenschaftlich fundierte Futterberatung für Pferde verfolgt das Ziel,

  • Pferde in ihrer jeweiligen Situation bedarfsgerecht mit Nährstoffen zu versorgen und gesund zu erhalten
  • im Rahmen der Möglichkeiten („Monatsbudget“ für das Pferd, Gegebenheiten im Pferdebetrieb) fütterungsseitig die beste Lösung für das Pferd zu finden
  • teure Versuch-und-Irrtum-Strategien zu vermeiden (ich denke dabei zB an das Ausprobieren zahlreicher Ergänzungsfuttermittel, um ein bestimmtes Problem endlich in den Griff zu bekommen)
  • aufbauend auf tierärztlichen Diagnosen und Empfehlungen eine für den besonderen Bedarf des Pferdes passende Ration zu gestalten und damit entweder die Regeneration von akuten Situationen oder einen günstigen Verlauf von chronischen Geschehen zu unterstützen (ein Vergleich: auch im Krankenhaus werden viele Menschen auf Basis einer ärztlichen Diagnose von einer Diätologin/einem Diätologen beraten, um für den jeweiligen Menschen auch ernährungsseitig alle Potenziale zum Gesundwerden bzw. Gesundbleiben zu heben)
F: Für wen ist eine Futterberatung sinnvoll?

Für alle Pferdebesitzer*innen, die sichergehen möchten, dass ihr Pferd bedarfsgerecht versorgt ist – unabhängig davon, ob ein konkretes Problem vorliegt. Besonders wertvoll ist sie bei Pferden mit gesundheitlichen Themen wie EMS (Equines Metabolisches Syndrom), Magenproblematiken, Equinem Asthma, Darmproblemen (zB Kotwasser, Inflammatory Bowel Disease – IBD), PPID (ehemals bekannt als Equines Cushing), Muskulaturproblemen (PSSM1, RER oder andere Myopathien), bei Leistungspferden sowie bei Pferden in besonderen Lebensphasen (Wachstum, Alter, Trächtigkeit, Rekonvaleszenz).

F: Was unterscheidet eine herstellerunabhängige Beratung von der Empfehlung eines Futtermittelherstellers?

Herstellerberatungen haben ein berechtigtes Interesse daran, eigene Produkte zu empfehlen. Eine herstellerunabhängige Beratung orientiert sich ausschließlich am tatsächlichen Bedarf des Pferdes und empfiehlt das passende Produkt ohne damit verbundene wirtschaftliche Interessen. Ich arbeite aus diesem Grund auch weder mit Rabattcodes noch mit Affiliate-Links.

F: Wie läuft eine Erstberatung ab?

Der Ablauf umfasst eine ausführliche telefonische Erhebung (90-120 Minuten), bei der Vor-Ort-Beratung zusätzlich einen Stallbesuch (45-60 Minuten), eine individuelle Rationsberechnung, einen schriftlichen Beratungsbericht (18-20 Seiten) sowie ein Berichtsgespräch (45-60 Minuten) und ein Follow-Up-Telefonat einen Monat später. Zusätzlich definiere ich bei Bedarf weitere individuelle Feedbackschleifen, wenn ich bestimmte Entwicklungen länger beobachten möchte (im Pauschalpreis enthalten). Ich stehe Euch als Ansprechpartnerin zur Seite, und ein ausgezeichneter Betreuungsumfang mit guter Nachbetreuung ist mir ein besonderes Anliegen.
Weitere Informationen: Erstberatung vor Ort; Erstberatung Online

F: Was kostet eine Futterberatung?

Die Online-Erstberatung incl. Nachbetreuung kostet 200 Euro, die Erstberatung mit Vor-Ort-Besuch in Tirol oder im Schwarzwald incl. Nachbetreuung 250 Euro plus Fahrtkosten (Fahrtkosten sind 20km rund um die Unternehmensstandorte in Innsbruck und Hornberg im Preis inkludiert bzw. wenn ich bereits anderswo unterwegs bin, von dort). Bei mehreren Pferden desselben Besitzers/derselben Besitzerin im gleichen Stall und zum gleichen Zeitpunkt gelten günstigere Konditionen.
Achtet bei Eurem Preisvergleich auf den Betreuungsumfang und auch auf die Qualifikation der Berater*innen. Ich bin Absolventin der 2,5jährigen berufsbegleitenden Fortbildung zur „Beraterin Pferdefütterung und Fütterungsmanagement (TWI)“ bei Conny Röhm (mehr: Über mich und meine Arbeitsweise).

F: Brauche ich eine Heuanalyse für die Futterberatung?

Eine Heuanalyse ist nicht zwingend erforderlich, aber sehr empfehlenswert – sie ist die Grundlage für eine präzise Rationsberechnung.
Speziell bei Pferden mit Equinem Metabolischem Syndrom (EMS), Insulindysregulation, Hufrehe PPID (ehem. bekannt als Equines Cushing) und bestimmten Muskelproblematiken (zB Glykogen-Speicher-Myopathien) ist es von besonderer Bedeutung, zumindest eine „kleine“ Heuanalyse durchführen zu lassen (besonders relevant sind: umsetzbare Energie, Rohfaser, Gesamtzucker, Fruktan, dünndarmverdauliches Rohprotein).
Im Leistungsbereich und in der Zucht ist es besonders hilfreich, mit „großen“ Heuanalysen zu arbeiten, die auch Auskunft über die im Heu enthaltenen Mineralstoffe und Spurenelemente geben (je nach Region ist es von Bedeutung, auch Selen und Jod zu testen, auch wenn dafür Mehrkosten anfallen).
Wenn keine Heuanalyse vorliegt, arbeite ich mit Literaturwerten und aktuellen Durchschnittswerten. Das ermöglicht eine gute Annäherung, aber keine exakte Aussage über das konkrete Heu. Eine Futterberatung hebt auch ohne aktuelle Heuanalyse Potenziale für Euer Pferd!

F: Brauche ich ein Blutbild für die Futterberatung?

Nein, für die Beratung gesunder Pferde, die nicht in Sport oder Zucht eingesetzt sind, ist grundsätzlich kein Blutbild notwendig. Ich beziehe aber bereits vorliegende Blutbilder in meine Analyse ein bzw. empfehle bei Vorliegen bestimmter Problematiken eine tierärztliche Diagnostik incl. Blutbild. Futterberatung ist als Gesundheitsvorsorge und als Ergänzung der tierärztlichen Betreuung zu verstehen, nie als deren Ersatz!
Wo sind Blutbilder im Zusammenhang mit der Futterberatung besonders hilfreich?

  • bei Zucht- oder Sportpferden empfiehlt sich zumindest ein kleines „Vitaspur-Profil“ mit Selen und Vitamin E. Aus dem Serum lässt sich diese Mikronährstoffe betreffend eine belastbare Aussage zur nutritiven Versorgung treffen.
    Nach aktuellem Stand der Forschung lassen sich aus den Serumwerten von Zink, Kupfer, Mangan etc. leider keine zuverlässigen Aussagen darüber treffen, ob diese Nährstoffe in der Ration ausreichend enthalten sind.
  • Pferde mit akuter Hufrehe müssen tierärztlich betreut werden, und in diesem Rahmen werden Blutbilder erstellt, die jedenfalls in die Futterberatung einbezogen werden müssen (Insulinwerte!).
  • bei Pferden mit Equinem Metabolischem Syndrom können in Abstimmung mit dem Tierarzt/der Tierärztin können zum Ausschließen einer Insulindysregulation erfolgen (best practice: dynamische Tests wie OST – Oral Sugar Test; normale Serum-Basalwerte zu Glucose und Insulin schließen das Vorliegen einer Insulindysregulation leider nicht verlässlich aus). Insulindysregulation erfordert immer eine angepasste Fütterung und Bewegung.
  • bei Pferden mit (Verdacht auf) PPID (ehem. bekannt als Equines Cushing) – Überprüfung des ACTH-Werts. Dieser schwankt saisonal, kann rassebedingt auf unterschiedlichen Niveaus liegen und wird auch durch Schmerzen beeinflusst. Diese Faktoren werden bei der tierärztlichen Interpretation des ACTH berücksichtigt. Ungefähr jedes fünfte Pferd ab einem Alter von 15 Jahren ist von PPID betroffen. PPID erfordert neben der tierärztlichen Begleitung immer auch eine angepasste Fütterung.
  • bei Pferden mit Muskelproblemen kann es sinnvoll sein, die Muskelmarker CK, AST und LDH zu bestimmen, ergänzt um Elektrolyte, Selen, Vitamine E, Nieren- und Leberwerte. Je nach Rasse kann auch der Ausschluss von PSSM1 (Polysaccharid-Speicher-Myopathie) mittels Bluttest sinnvoll sein (zB Kaltblüter, Haflinger, Quarter, Paint, Appaloosa). Je nach Muskelproblematik sollte die Fütterung abgesehen vom Bewegungsprogramm entsprechend angepasst werden.
F: Muss ich mein Pferd vor der Futterberatung wiegen lassen?

Je nach Körperbau und Übergewichtssituation des Pferdes kann man sich mit Maßband und Berechnungsformeln dem Gewicht des Pferdes annähern. Je übergewichtiger das Pferd, desto ungenauer werden die Maßbandergebnisse, da mit dieser Methode viele Problemzonen außen vor bleiben. Besonders in diesen Fällen empfiehlt es sich, das Pferd wiegen zu lassen. Ich kann selbst aufgrund einer Wirbelsäulenthematik keine mobile Pferdewaage anbieten, aber in Tirol ist meine Kollegin Nicki Kratzer mit ihrer mobilen Pferdewaage gerne für Euch da. Ihr findet Nicki unter Start | NK Ganzheitliches Pferdetraining.

F: Mein Pferd bekommt bereits ein Mineralfutter – brauche ich trotzdem eine Beratung?

Ja, denn ob ein Mineralfutter tatsächlich zum Heu und zum individuellen Bedarf des Pferdes passt, lässt sich ohne Rationsberechnung nicht beurteilen. Häufig zeigen sich dabei Über- oder Unterversorgungen bei bestimmten Spurenelementen oder Vitaminen.

F: Wie oft sollte die Ration überprüft werden?

Mindestens 1x jährlich, idealerweise nach der neuen Heuernte, sobald die Ergebnisse der Heuanalysen vorliegen. Darüber hinaus bei Stallwechsel, veränderter Nutzung, neuen gesundheitlichen Themen oder natürlicher Alterung des Pferdes.
Informationen zu Folgeberatungen für Bestandskund*innen: Folgeberatung vor Ort; Folgeberatung Online

F: Kann eine Futterberatung eine tierärztliche Behandlung ersetzen?

Ein klares Nein! Futterberatung ergänzt die tierärztliche Versorgung, ersetzt sie aber nicht. Bei gesundheitlichen Problemen ist immer eine tierärztliche Abklärung notwendig. Sofern diese Abklärung noch nicht erfolgt ist, empfehle ich sie ihm Rahmen meiner Beratung. Die Rationsgestaltung erfolgt dann aufbauend auf der tierärztlichen Diagnose.

F: Funktioniert eine Online-Beratung genauso gut wie eine Vor-Ort-Beratung?

Für die meisten Fragestellungen ja, weil ich bei der Erhebung viele Themen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchte und mir wirklich Zeit dafür nehme. Meine Online-Kunden schicken mir Fotos ihrer Pferde aus unterschiedlichen Perspektiven, messen ihre Pferde für eine näherungsweise Gewichtsermittlung ab, und ich lasse mir gern auch Fotos der Weide schicken, einen kleinen Videorundgang durch den Stall, etc.
Die Beurteilung von Unterhaut-Fetteinlagerungen im Zuge der Ermittlung des Body Condition Score stößt natürlich an Grenzen, wenn man nicht vor Ort ist und das Pferd berühren kann. Grenzen gibt es auch in jenen Fällen, wo es besonders wichtig ist, persönlich einen Blick auf komplexe Haltungssituationen zu werfen.

Ich bin nicht in Tirol oder im Schwarzwald – kann ich trotzdem eine Beratung buchen?

Ja, die Online-Beratung steht Pferdebesitzer*innen in ganz Österreich und Deutschland offen; gemeinsam mit Kooperationspartnern vor Ort kann ich auch andere Regionen bedienen (aktuell bereits Normandie/Frankreich; Erhebung und Berichtslegung auf Englisch).
Vor-Ort-Beratungen biete ich auf Anfrage auch außerhalb meiner Kerngebiete an, wenn ich das mit anderen Wegen verknüpfen kann. Da ich regelmäßig zwischen Tirol und dem Schwarzwald pendle, kommt dafür auch Vorarlberg bzw. das Bodensee-Nordufer in Betracht. Es sind übrigens bei allen Vor-Ort-Beratungen Fahrtkosten für einen 20km-Radius von dem Ort, an dem ich ohnehin schon bin, im Preis enthalten.